23.12.04
 

Ent-täuschend

3. KultuRklub 2010

 

Veit Loers, mit vielen Kulturwassern (auch dem aus der Donau) gewaschener Bewerbungsmacher in Sachen 2010 und Teil des 'Fünferrats', enttäuschte mit billiger Provokation und lieblos aufgewärmten Süppchen aus den bereits vorliegenden unsäglichen Bewerbungsbüchern beim dritten kultuRklub.
Schielt man auf bundesweite Schlagzeilen mit einem in München verbotenem Motiv?
Der gekreuzigte Frosch von Martin Kippenberger, Zither und Quetsche, die Video-Performace Tokyo Santa und der Vorschlag, Kurienkardinal Ratzinger (übrigens nicht mehr papabile, lieber Herr Loers, da schon zu alt!) zum 2010-Botschafter zu ernennen, gähn! Umdrehen, weiterschlafen!
Schauspielschul-Initiatorin Maike Fabian (was diese berechtigt zu lehren, wird noch zu untersuchen sein!), 'toll, die muss das ja nicht machen, tut es aber, setzt sich ein für Kultur in R., Frau Hellwig-Schmidt organisiert ihre donumenta in Eigeninitiative, niemand zwingt sie dazu, auch die 'Grazer' agieren nicht der Not gehorchend, sondern dem eigenen Triebe. Das zeigt, es tut sich was!'
Gesehen und gesprochen hat die meisten der o.G. Herr Dr. Loers, nach eigenem Bekunden, freilich noch nicht, aber Bürgerengagement, nicht wahr, 'lieber Klaus Caspers, du weißt das noch vom ersten Bürgerfest her, ist präsent in der Stadt und prägt sie.'
Und dass das irgendwann alles mal kommerzialisiert wird, ja, das ist halt nun mal so. Und Mut zur Lücke! Schnupftabakfabrik, lasst sie nur so stehen, in 20 Jahren geht man mit alter Bausubstanz vielleicht viel sorgsamer um.
Hat man halt so gemacht, damals, Anfang des 21. Jahrhunderts. Stadtplanung soll Brachen zulassen.
Vielleicht so eine wie an der Ecke Auer- / Alte Manggasse? Ytongsteine!
Vielleicht sind die in 30 Jahren, nackt und bloß und graffiti-verschmiert ganz groß in Mode?

Fazit! Ist ja doch ganz gut, der Schnetz'-, Feilsche- und Ungersche Bewerbungskatalog zur Kulturhauptstadt 2010.

Marie Schandri, ja eine der ganz Großen, Köchin im Goldenen Kreuz, die reißt's raus, die macht was her! Da geraten Brüssel und Berlin ins Schwärmen!
Im Nachhinein war Ungers Idee mit dem Geißgespann vor einem Fass'l Kneitinger vielleicht doch nicht so schlecht...!

Der Wirt vom Bischofshof wusste auch nicht so recht, wie es ihm nun gefallen sollte, bei der Talkshow im blasphemischen Herrgottswinkel.
Ein Frosch am Kreuz.
Aufforderung Vegetarier zu werden? Fenchel statt Froschschenkel! Christliche Symbolik als Signal, Kröten- und Lurch-Sterben zu stoppen?

Lasst (auch) Kunst von minderer Qualität zu, so Loers' Postulat. Geld kostet auch die! Und dass die 'Fünferbande' keinen schlechten Schnitt macht, lässt sich denken.
Aber wenn dann bei Besuchern des kultuRklubs das Gefühl aufkommt, Regensburg hat ohnehin keine Chance und Schmid+Lindinger, Eichel, Loers und Müller wiederholen immer wieder Bremen oder Essen mache das Rennen, fragt man sich, was soll das Ganze?
Was kommt?
Was hat die 'Fünferbande' denn nun vor?

Veit Loers am Tag vor Heiligabend.
Es sah so aus, als unternahm er den hilflosen Versuch, sich als Kabarettist zu produzieren. Pünktlich zu Harald Schmidts Neustart in der ARD war der offizielle Teil beendet, die Teichmänner in Ehren, aber Lästermaul Schmidt lockte da mehr.

Eine öffentlich Diskussion fand nicht statt. Die kam nur nach Veit Loers' Beitrag in kleinen Gruppen bei Regensburger Bier in kleinen schicken Gruppen zustande.

Irgendwie schade um das Geld, das die neuen 2010-Bewerber ausgeben.

Transparenz? Nach wie vor Mangelware!

Und nach fünf Wochen im Amt zeitigt der Kurswechsel noch keinen greifbaren Erfolg, weder in einer Mobilisierung der Bevölkerung Regensburgs noch in Bezug auf Publicity auf nationaler oder gar internationaler Bühne.

PL